Albanien: Schafe, ausgezeichnetes Essen und Bunker

Albanien: Schafe, ausgezeichnetes Essen und Bunker

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Was du fliegst nach Albanien? Warum gerade nach Albanien? Was gibt es denn dort zu sehen? Dieser Frage begegnete ich vor meiner Reise das eine oder andere Mal. Eine konkrete Antwort hatte ich freilich nicht, NOCH nicht. In Albanien angekommen war relativ schnell klar, dass mein Wissen über dieses Land erschreckend gering ist und dringend geändert werden musste.

Tausende Bunker, die über das ganze Land verteilt sind, sind stumme Zeitzeugen. Enver Hoxha hatte den Bau von 750.000 Bunker in Auftrag gegeben, um Feinde abzuwehren, die nie kamen. Heute sind angeblich noch 173.371 solcher Bunker über das Land verteilt. So sucht man nicht lange bis man den ersten Bunker in Albanien erblickt.

Von 1944 und 1985 herrschte Hoxha über das Land. Intellektuelle wurden verfolgt, Religion war verboten und Menschen wurden ihrer Reisefreiheit beraubt – das sind nur ein paar der Einschränkungen, die die Menschen während seiner Herrschaft erdulden mussten. Seit 1985 erholt sich Albanien nur langsam von den Auswirkungen des Kommunismus. Ein kleines Museum in Shkodra ist Zeuge dieser Zeit.

Albanien kämpft nach wie vor mit viel Armut. Auf unserer Reise sind uns die unterschiedlichsten Menschen begegnet, eines hatten sie aber alle gemeinsam, Neugier auf Fremde und eine umwerfend freundliche Art.

Unsere erste Albanienreise führte nach Shkodra in Nordalbanien.

Shkodra (Shkodër)

Shkodra ist das kulturelle Zentrum Albaniens. Tirana, die Hauptstadt Albaniens, ist erst seit 1920 die Hauptstadt Albaniens und war bis zur Ernennung eher ein kleines Dorf.

Wenn man von Traumlage spricht, so erfüllt Shkodra dieses Prädikat zu 150%. Zum einen gibt es da den Skutarisee, der sich vor den Toren Shkodras ausbreitet und bis weit nach Montenegro reicht und zum andren schlängeln sich die Flüsse Kir, Drin und Buna rund um Shkodra. Darüber hinaus ragen im Hintergrund majestätisch die Berge in den Himmel. Die unberührte Bergwelt lädt zu ausgiebigen Wanderungen bei atemberaubender Kulisse ein. Wem das nicht reicht, der findet rund zwanzig Autominuten von Shkodra entfernt noch zwei großzügige Sandstrände.

Velipojë ist der belebtere der beiden Strände. Hier findet man zahlreiche Beachclubs und Restaurants. Vor allem im Sommer geht es hier bei der ein oder anderen Beachparty heiß her. Wer es etwas ruhiger und einsamer mag, der besucht den Strand bei Margjonaj.

Das Zentrum Shkodras ist Großteils im venezianischen Stil erbaut. Die Fußgängerzone im Zentrum lädt zu einem netten Bummel ein oder man lässt sich in einem der vielen Kaffees nieder und genießt das Treiben.

Shkodra ist die „Radhauptstadt“ Albaniens. Es scheint so, als ob fast jeder mit dem Rad unterwegs wäre.

Zdrale: Der zentrale Markt von Shkodra

Wie lernt man am besten eine Stadt kennen? In dem man einmal über den zentralen Markt schlendert. Der Markt hat täglich vormittags geöffnet.

Ura e mesit

Etwas außerhalb Shkodras findet ihr die ottomanische Bogenbrücke Ura e Mesit. In den Abendstunden schimmert die Brücke im goldenen Licht. Man kann die Brücke und die Umgebung bei einem kurzen Spaziergang erkunden.

Burg Rozafa

Über Shkodra thront unübersehbar die Burg Rozafa. Die Gründung der Burg geht auf eine Legende zurück. Rozafa war die Frau einer der Burgerbauer und wurde als menschliches Opfer in die Burg eingemauert. Ihr Wunsch war, dass ein Bein, eine Hand und eine Brust aus den Mauern ragen soll, damit sie sich weiterhin um ihr Kind kümmern kann.

 

Essen in und um Shkodra

So gut und günstig wie in Albanien habe ich kaum wo gegessen. Es kommt viel Fisch und Gegrilltes auf den Teller. Fast immer wird Bukë Misri, frisches Maisbrot, zum Essen gereicht. Mal ist es geschnitten, mal mit Käse und Tomaten bestreut, aber es ist immer herrlich. Schön ist auch, dass man nach fast jedem Essen kostenlos frisches Obst als Nachspeise serviert bekommt.

 

Trave Krapi so heißt die Spezialität der Region Shkodra und diese sollte man sich keinesfalls entgehen lassen. Zen Bekteshi, der Besitzer des Restaurants „Zum Rappen“ hat das Gericht perfektioniert. Trave Krapi ist fangfrischer Karpfen, der in einer dicken Tomatensauce im Ofen zubereitet wird. Dazu wird frisches selbstgebackenes Maisbrot gereicht. Seinen Namen verdankt das Lokal dem Aufenthalt seines Besitzers in Deutschland. Er freut sich mit seinen Gästen auf Deutsch zu plaudern. Das Restaurant liegt am Rande des keinen Orts Shirokoë unweit von Shkodra. Von der Terrasse hat man einen traumhaften Blick über die Weiten des Skutarisees.

 

Die Adresse für Seafood in Shkodra ist das Restaurant te Elvisi. Das Restaurant liegt direkt am Fluss Buna. Elvis, der Besitzer, ist super freundlich und serviert große Platten mit allem was das Meer bzw. der See so hergibt. Wir haben für unser üppiges Mahl zu viert gerade einmal 40 Euro bezahlt. Überzeugt euch am besten selbst!

Achtung Geheimtipp: Mirzi i Zanave

Fast vierzig Autominuten dauert die Fahrt in das Eldorado von Mirzi i Zanave. Dieser, sagen wir Bauernhof, liegt bei Fishtë. Hier hat man sehr früh verstanden was Nachhaltigkeit bedeutet. Es werden ausschließlich Produkte der Region verkocht. Eine Speisekarte sucht man hier vergeblich. Die Küche schickt eine riesengroße Auswahl an frisch zubereiteten Köstlichkeiten an der man sich satt essen kann. Selbst vom weiter entfernten Tirana reisen die Menschen an, um hier zu Essen. Ohne Reservierung geht hier nichts.

 

Anreise nach Albanien bzw. Shkodra

Über Tirana oder Podgorica (Montenegro) kann man bequem nach Shkodra gelangen. Von Podgorica ist es rund eine Stunde mit dem Auto und von Tirana sind es rund zwei Stunden mit dem Auto nach Shkodra. In Albanien kann es schon mal vorkommen, dass eine Schaf oder Kuhherde die Straße blockiert. Daher sollte man immer etwas mehr Zeit bei einer Autofahrt einplanen, aber so hat man wenigstens Zeit die schöne Landschaft zu genießen.

Fazit

Albanien ist ein sehr offenes, freundliches Land und vielseitiges Land. Kulturell und landschaftlich gibt es vieles zu entdecken. Im Norden findet man Sandstrände und im Süden einsame Kiesbuchten mit kristallklaren Meer. Der Tourismus erwacht gerade. So begleitet einen bei der Reise ein gewisser Pioniergeist.


 

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4 Antworten

  1. Albanien schwirrt uns auch schon lange im Kopf herum. Danke für die schönen Einblicke 🙂

  2. Hallo! Herzlichen Dank für den tollen Bericht!

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