Tromsø – Silvester im Winterwonderland

Tromsø – Silvester im Winterwonderland

Eingetragen bei: Europa, Norwegen | 3
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Nordlichter und Walgesang, anstelle von Feuerwerk und Partystress, lockten uns zum Jahreswechsel 2016 nach Tromsø in den Norden Norwegens. Tromsø ist eine recht junge und hippe Stadt. Das kommt unter anderem daher, dass sie die nördlichste Universitätsstadt der Welt ist. Da Tromsø 344 Kilometer Luftlinie oberhalb des Polarkreises liegt wird es hier zur Wintersonnwende nicht einmal mehr richtig hell. Zum Jahreswechsel hatten wir gut drei Stunden romantisches Dämmerlicht.

Fjord Norwegen

Wo wohnen? Mein absoluter Lieblingstipp

Zu Silvester vereise ich sehr gerne mit Freunden. Mit Freunden wohnt es sich am schönsten in einer gemeinsamen Unterkunft. So kann man sich am Abend toll zusammensetzen und die gemeinsame Zeit genießen. Über Airbnb haben wir ganz schnell etwas Passendes gefunden.

Fjosen Apartments sind zwei tip top Apartments im wunderschönen Ersfjordbotn Fjord. Der Fjord ist eine rund 30 minütige Autofahrt von Tromsø entfernt und bietet eine absolute Traumlage in einer atemberaubenden beruhigenden Stille des auch als „Nordlichtfjord“ bekannten Fjords.

 

Fjosen ApartmentSONY DSC

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Annette, die Besitzern, hat die Apartments in einer sanierten alten Scheune erst vor rund einem Jahr fertiggestellt. Wir haben uns im Erdgeschoß eingemietet, das Apartment hat noch dazu eine tolle Terrasse die sich zum Aurora- und Walbeobachten sehr gut eignet.

Insgesamt könnten hier bis zu sechs Erwachsene schlafen. Die Zimmer sind allerdings sehr klein. Wir haben das Apartment zu fünft genutzt – alles ging sich gut aus und wir hatten Platz genug für uns alle.

Ausstattung der Apartments

Die Appartements sind, bis auf fehlenden Stauraum (Kästen) spitze ausgestattet. Schlitten sind vor der Türe bereitgestellt (quasi der Tretroller der Fjordbewohner) und man kann sich auch Ministeigeisen (Gummiüberzug mit Spikes) auf seine Schuhe montieren. Sehr hilfreich, wenn man seinen Schlitten auf der schneebedeckten Straße anschieben möchte.

Besonders lieb war die Flasche Wein, die uns Anette zur Ankunft bereitgestellt hat.

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Der beheizbare Hot Pot – ein Highlight

Ein besonderes Highlight der Hütte ist der beheizbare Hot Pot am Ufer des Ersfjordbotn Fjords. Man kann diesen für umgerechnet rund 90 Euro mieten. Das klingt fürs erste viel. Bedenkt man aber, dass der Hot Pot bereits Stunden davor mit Holz befeuert werden und am nächsten Tag wieder aufwendig gereinigt werden muss dann ist der Preis mehr als gerechtfertigt. Immerhin hat man ja ein paar Freunde mit im Gepäck, mit denen man sich die Kosten prima aufteilen kann.

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Das Erlebnis ist einmalig. Im Pool sitzend flackerten ober uns die Nordlichter und man hörte die Wale im Fjord auspusten. Ganz mutige können sich nach dem heißen Bad im Fjord abkühlen.

Hot Pot

Whale watching Mal anders

Ach ja Wale. Wale gibt es seit rund zwei Jahren im Winter auch im Fjord. Direkt vom Fenster aus kann man sie beobachten. Wir konnten sowohl Killerwale als auch Buckelwale problemlos von der Glasfront im Apartment sehen. Aber am beeindrucktesten waren ihre Geräusche, die man selbst im Bett liegend bei gekipptem Fenster gehört hat. Dieses kraftvolle auspusten, wenn sie auftauchen wird mir immer im Gedächtnis bleiben.

Waltouren per Boot kosten im hohen Norden rund 130 Euro. Wir haben uns diese gespart und so oft wir konnten die Wale vom warmen Wohnzimmer aus beobachtet. Wer dennoch eine Wahle Watching Tour buchen möchte der ist hier sicher gut aufgehoben.

 

Walewatching vom Wohnzimmer
Walewatching vom Wohnzimmer

 

Fackelwanderung

Die Norweger sind ein freundliches offenes Volk. Kurzerhand wurden wir zur dörflichen Silvester-Fackelwanderung eingeladen. Ein schöner Brauch, um den Silvesterabend zu starten.

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Nordlichter

Die meisten Touristen kommen wegen der Nordlichter, die sich in dieser Region sehr gut beobachten lassen. Lange haben wir überlegt, ob es nötig ist eine Tour zu buchen. Wenn man direkt in Tromsø wohnt und sich kein Auto mieten möchte, ist eine Tour sicher eine Alternative. Für alle, die sich für eine Unterkunft etwas außerhalb entscheiden bzw. ein Mietauto haben – spart lieber das Geld für eine teure Tour. Schaut selbst in den Himmel – ihr findet bestimmt ein tolles Nordlicht. Nutzt besser die Gelegenheit eine Hundeschlittentour zu machen und ganz nebenbei seht ihr auch mit hoher Wahrscheinlichkeit Nordlichter.

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Nordlichter erscheinen im ersten Moment eher als graue Schleier am Himmel. Das Auge braucht etwas Zeit sich an das Licht zu gewöhnen. Desto dunkler es draußen ist bzw. desto aktiver das Nordlicht ist, umso besser kann man es erkennen. Dann erscheint in sanften neon-grün Tönen und mit etwas Glück vielleicht sogar in roten und violetten Tönen. Das hängt ganz von der Sonnenaktivität ab.

Ein Stativ zum Fotografieren sollte bei eurem Nordlicht Trip nicht fehlen. Ab und zu waren wir uns nicht sicher ob wir eine Wolke sehen oder ein Nordlicht, da hilft es zum Beispiel es zu fotografieren, am Bild sieht man immer diese tollen Farben.

Nordlicht in Norwegen

Weitere Hinweise zur Unterscheidung zwischen Wolke und Nordlicht sind:

  • Bei der Aurora schimmern die Sterne durch
  • Ein Nordlicht bewegt sich oft ziemlich schnell und verändert seine Form

In Tromsö und Umgebung seid ihr auf der sicheren Seite was Nordlichter betrifft. Laut unserer Gastgeberin haben seit Oktober nur 2 Gästegruppen das Nordlicht nicht gesehen. Das nenn ich mal Trefferquote. Für Nordlichter gibt es auch hilfreiche Apps, die euch die Wahrscheinlichkeit anzeigen. Wir nutzten die App „Aurora Tonight“ für unseren Aufenthalt.

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TIPP: Aurora Husky Tour

In ganz Tromsø und Umgebung werden Nordlichttouren angeboten. Wir haben lange überlegt, welche Tour wir buchen. Meine Empfehlung ist ganz klar diese Kombi Tour von Aurora Husky mit Husky Schlittenfahren zu buchen. Nordlichter kann man selbst sehr gut spotten, dafür braucht es keinen Guide und ein tolles Foto vom Nordlicht bekommt ihr ganz easy mit einem Stativ hin.

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Was unterscheidet die Aurora Husky Tour von anderen?

Kleine Gruppengrößen und eine individuelle Gestaltung der Tour durch unseren Guide Björn. Einen witzig, sarkastisch-charismatischen norwegischen Kerl. Wir fünf bildeten eine eigene Gruppe. Der einzige „Nachteil“ ist, dass die Touren außerhalb von Tromsø stattfinden und man fast zwei Stunden anreist (man wird abgeholt). Die Autofahrt verging aber wie im Flug, auf der Rückfahrt war der Himmel voller Nordlichter und auf der Hinfahrt hat uns Björn gut unterhalten.

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Das Husky Camp befindet sich in der absoluten Winteridylle. In unserem Fall war die Entscheidung Gold wert, da in Tromsø zwar Schnee gelegen ist, aber nicht ausreichend, um mit den Hundeschlitten zu fahren. In Norquest, wo wir die Hundeschlittenfahrt unternommen haben, gab es mehr als reichlich.

 

Die Hundeschlittenfahrt mit Aurora Husky

Die Hundeschlittenfahrt war für mich selbst ein einmaliges Erlebnis. Man bekommt zu zweit einen Schlitten (einer sitzt, der andere „lenkt“ und bremst vor allem, wenn erforderlich).

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Was ist in der Tour inkludiert?

Skioverall, Moonboots, eine ca. 1 Stündige Hundeschlittenfahrt, Rentiersuppe zur Stärkung und mit etwas Glück ein Nordlicht am Himmel, sowie der Transport von und nach Tromsø.

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Fazit Aurora Husky

Der Preis der Tour liegt bei 180 Euro. Das allgemeine Preisniveau in Norwegen ist generell höher als bei uns. Beachtet man, aber was man für sein Geld geboten bekommt ist es jeden Cent wert. (Die Touren rund um Tromsø sind auch nicht billiger.)

Beide Daumen hoch – ich würde die Tour sofort wieder machen.

 

Tromsø

Tromsø selbst ist eine echt liebe kleine Stadt, mit moderneren nordischen Chic. Es gibt viele Bars und Cafés, in denen man super die Dunkelheit genießen kann. Wer nicht in einer Hütte außerhalb der Stadt schlafen möchte findet hier auch eine Vielzahl toller Hotels direkt am Hafen.

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Hier ist es gerade 2 Uhr Nachmittags

 

 

Bergbahn

Wunderschön ist der Blick vom Hausberg Tromsø, dem Storsteinen, auf die Stadt. Die Bergbahn Fjellheisen bringt einen in 4 Minuten zur auf 421 Meter hoch gelegenen Bergstation. Der Preis liegt bei 17 – gut investierten – Euro pro Person.

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Eismeerkathedrale

Die Eismeerkathedrale ist das Wahrzeichen Tromsøs. Auf dem Weg hin oder zurück von der Bergbahn kommt man direkt daran vorbei. Die bunten beleuchteten Glasfenster der Kathedrale sind enorm stimmungsvoll. Bei unserem Besuch war zudem gerade eine Hochzeit im Gange – magisch (und hat uns ca. 5 EUR Eintritt erspart).

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Stadtbummel

Plant auch etwas Zeit ein, um durch die Stadt zu bummeln. Gerade zur dunklen Jahreszeit ist alles mit viel Licht dekoriert und man fühlt sich wohl und geborgen.

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Infos zum Nachreisen

Wie lange bleiben?

Wir haben 4 Nächte und 3 ganze Tage im hohen Norden verbracht. Ich fand es ideal.

 

Alkohol in Norwegen

Falls ihr zu Silvester gerne anstoßt, dann denkt daran euch den Alkohol mitzubringen. Alkohol ist in Norwegen hoch besteuert und daher auch sehr teuer. Pro Person können 1 Liter hartes Zeugs (über 22%) und 1,5 Liter Wein (o.ä.) mitgenommen werden. Wer auf die Tabakeinfuhr verzichtet, kann stattdessen nochmal 1,5 Liter (also in Summer 3 Liter) Wein mitnehmen.

 

Anreise

Norwegian Airways und SAS fliegen regelmäßig von München und Wien nach Tromsø. Allerdings gibt es keine Direktflüge und man muss immer einen mehr oder weniger kurzen Zwischenstopp in Oslo einplanen. Beim Hinflug hatten wir einen Aufenthalt von rund 4 Stunden.

Es würde sich zwar ausgehen nach Oslo zu flitzen, viel bequemer ist es aber es sich in einer der Airport Lounges gemütlich zu machen. Wir waren in der OSL Lounge am Main Terminal. Kostenpunkt rund 30 Euro pro Person. Bei einem Aufenthalt von 4 Stunden kann man da schon das eine oder andere Lachsbrot und den ein oder anderen Prosecco oder Wodka Tonic trinken. Das Preisleistungsverhältnis stimmt, man hat keine Hektik und startet entspannt ins Abenteuer.

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Für alle, die trotzdem die Zeit nutzen wollen und nach Oslo düsen wollen, geht dies am besten und kostengünstigsten mit dem Gardermoen Express. Fahrzeit pro Strecke rund 20 Minuten. Nähere Infos findet ihr auf der Website.

 

Wichtig: Denkt daran Flüge möglichst früh zu buchen. So bekommt ihr neben einen verhältnismäßig günstigen Preis auch gute Verbindungen mit geringen Wartezeiten am Flughafen Oslo. Unser Flug hat rund 160 Euro gekostet. Beim Hinflug hatten wir eine Wartezeit von rund 4 Stunden und beim Rückflug von ca. 1,5 Stunden, die sich aufgrund von Verspätung auf 30 Minuten minimiert hat.

 

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3 Antworten

  1. Hi
    Sehr gut👍👍
    All the best
    BT

  2. Sehr interessanter Artikel – wo habt ihr Silverster gefeiert? In Tromsoe Stadt? Ich war schon einmal im März dort, da war es sehr ruhig.

    • Das freut mich zu hören 🙂 Nein in einem Haus etwas auswärts. Wir haben Silvester im Hot Pot gefeiert. Sehr empfehlenswert!

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