Capri ist nicht nur Hotspot der Reichen und Schönen, sondern auch der ideale Ort für einen Tagesausflug vom italienischen Festland. Diese wunderschöne kleine felsige Insel im Golf von Neapel lohnt sich für jedermann. Auf gehts nach Capri …
Idealer Ausgangspunkt für einen Ausflug nach Capri sind Neapel oder Sorrent. Wenn man nur einen Tag auf Capri verbringen möchte lohnt es sich eine Tour zu buchen. Die meisten Touren können sehr individuell gebucht werden und man muss nicht die ganze Zeit in der Gruppe verbringen. Bei der Überfahrt am Boot selbst hat man ohnedies keine Wahl und reist in der Gruppe. Viele Hotels arbeiten mit heimischen Touranbietern zusammen und die Tour ist schnell gebucht. Für alle, die es dennoch ganz individuell gestalten wollen – hier gibt es eine Übersicht über die einzelnen Fähren, die Capri täglich ansteuern. Eine Ganztagestour liegt bei einem Preis von rund 40-50 Euro, dies ist im Verhältnis relativ preiswert zur Solo-Überfahrt mit der Fähre.
Auf Capri gibt es insgesamt zwei Ortschaften – Capri selbst und das etwas höher gelegene Anacapri.
Was sollte in einer fix fertigen Tour enthalten sein:
- Abholung vom Hotel (am Hafen kann es schwer sein einen Parkplatz zu finden)
- Über/Rückfahrt per Boot
- Transfer von der Anlegestelle nach Capri
- Bustickets nach Anacapri
Toll ist, dass man sich bei fast allen Touren selbst um sein Zusatzprogramm kümmert und so den Tag individuell gestalten kann. Eine Tour ist hier also mehr ein Transportkombiangebot.

Was ihr alles mit eurer Zeit auf Capri anfangen könnt!
Die Überfahrt nach Capri dauert in etwa eine Stunde und führt vorbei an den vier bekannten Faraglionis – großen, aus dem Meer ragenden Felsen. Durch einen der Felsen kann man durch ein Loch in der Mitte mit dem Boot durchfahren. Der Legende nach soll ein Kuss bei der Durchfahrt dem Liebespaar Glück bringen. Also ganz wichtig, aufs Küssen nicht vergessen!
Auf Capri angekommen geht es zunächst einmal die Steilküste nach oben ins malerische Capri. Allein der Weg nach oben bietet schon grandiose Ausblicke.
Die Stadt ist klein und übersichtlich. Es ist kein Problem hier alles auf eigene Faust zu entdecken, da man zwangsläuftig bei einer Tour durch die Stadt an den interessantesten Orten vorbeikommt. Ein Blick in die Schaufenster der Designerläden hat mir relativ schnell gezeigt, dass Capri für mich nicht unbedingt als Shoppingmekka taugt. Es ist offensichtlich, dass sich hier Reiche und Schöne wohlfühlen. Die Wahrscheinlichkeit auf Capri einen Promi zu sichten ist also relativ hoch.
Bei der Dauer des Aufenthalts in Capri Downtown kann man der Empfehlung des Tourguides (quasi dem Busfahrer) vertrauen. Man hat übrigens immer die Wahl, ob man sich der Tour der Gruppe für einen kleinen Aufpreis der anfallenden Tickets anschließt, oder die Stadt auf eigene Faust erkundet und die Gruppe im Anschluss für die Weiterfahrt nach Anacapri wieder trifft. Falls man sich für die Weiterfahrt entscheidet, bleiben einen für Capri Downtown rund 2 Stunden Erkundungszeit – ausreichend für ein erstes gemütliches Kennenlernen.

Die Gärten von Augustus – Capri
Besonders schön sind die Gärten von Augustus mit ihren magischen Ausblicken aufs Mittelmeer. Ein idealer erster Anlaufpunkt nachdem man sich bei den vielen Luxusshops vorbeigeschlichen hat. Der Eintritt von 1 Euro pro Person ist mehr als fair. Dieser Park und die von hier gut sichtbare Serpentinestraße (Via Krupp) wurden um 1900 vom deutschen industriellen Friedrich Alfred Krupp gestiftet. Vom Garten aus hat man auch einen tollen Blick auf die Faraglioni Felsen. Am unteren Ende der Steilküste befindet sich die Marina Piccola mit ihrem kristallklaren blauen Wasser.

Anacapri
Anacapri sollte man keinesfalls auslassen – auch wenn ein längerer Aufenthalt im wunderschönen Capri mehr als verlockend klingt. Der Weg nach Anacapri ist ein Highlight für sich. Alle die nicht schwindelfrei sind sollten nicht am Fenster Platz nehmen. Die Straße ist direkt in den Felsen gebaut und es geht eine gefühlte Ewigkeit nach unten Richtung Meer – der Blick ist der Hammer.

Monte Solaro – Capris schönstes Panorama (Mein persönliches Highlight)
In Anacapri angekommen bietet sich die Möglichkeit mit dem Sessellift von der Piazza Vittoria auf den Monte Solaro (589 m) zu fahren. Hier war ich anfangs unsicher und musste zu meinem Glück etwas überredet werden. Es hat sich sowas von ausgezahlt. Die ganze Sesselliftfahrt über hat man nur eines zu tun: Diesen endlosen Blick über das weite blaue Meer zu genießen. Oben am Berg geht es dann in die zweite Runde mit dem spektakulären Ausblick über den Golf von Neapel, bis nach Ischia. Man hat das Gefühl über das Meer zu schweben.
Wer mehr Zeit als einen Tag mitbringt kann den Monte Solaro auch zu Fuß erklimmen. Der Aufstieg dauert ca. 1 Stunde, der Abstieg vom Berg dauert circa 1,5 Stunden und führt an der Cetrella (einem kleinen Kloster mit natürlichem Aussichtsbalkon) vorbei.
Von wo geht’s los? Direkt von der Piazza Vittoria in Anacapri nur wenige Schritte von der Bushaltestelle entfernt.
Dauer der Fahrt: 12 Minuten im Singlesessellift
Preise pro Ticket: 11 Euro inklusive Rückfahrt und 8 Euro für die einfache Fahrt
Tipp: Eine Tour buchen, in der die Bustickets nach Anacapri enthalten sind. Eine Fahrt mit dem Sessellift sollte man nicht auslassen.



Die engen Gassen von Anacapri – aufs Gelato nicht vergessen
Nach einem, dank des Sessellifts, erholsamen Ausflug auf den Berg sollte man sich unbedingt noch Zeit für die engen Gassen von Anacapri nehmen. Am besten tut man dies mit einem Eis in der Hand. Leider konnte dies nicht dokumentiert werden, da das mega gute italienische Eis viel zu schnell weggeschleckt war.
Man spaziert hier vorbei an der Villa San Michele, welche der schwedische Arzt und Autor Axel Munthe erbauen ließ. Er erfüllte sich mit dem Bau dieser Villa einen Traum vom Wohnen und Heilen in und mit der Natur. Die Villa wurde ohne die Mithilfe eines Architekten gebaut. Wichtig war so viel Luft und Sonne wie nur irgendwie möglich in das Haus zu lassen. Die Villa San Michele gehört zu den Highlights auf Capri. Ein Besuch erfordert allerdings auch etwas Zeit. Es ist also die Frage was man sich an einem Tag Capri lieber ansieht. Aber am besten ist, man kommt einfach wieder mal an diesen wunderschönen Ort.
Nicht weit von dort steht auch die Villa Lina des Malers Otto Sohn-Rethel, in welcher sich vor dem zweiten Weltkrieg die Intellektuellen der Zeit trafen. Toll ist auch die Casa Rossa im Herzen der Altstadt. Ein Haus ganz in Rot – was vom Baustil eher etwas an Mexiko erinnert. Anacapri ist weniger hektisch als Capri und hat wunderschöne größere Plätze an denen es sich gut aushalten lässt.


Kein Plan ist auch ein Plan – so mag ich es am liebsten
Wer sich keinen Plan machen möchte, der ist auf Capri gut aufgehoben. An einem Tag auf Capri kann man sich ruhig treiben lassen und auf das einlassen was kommt. Hier ist alles wunderbar schön. Und ein Aperol Spritz mit den Ausblicken von Capri ist eine Sehenswürdigkeit für sich. All dies was wir an unserem Tag in Capri erlebt haben, hat sich so ergeben und war wunderbar entspannt.
Was kann Capri noch?
Strände: Capri hat auch tolle Strände – gleich an der Marina Piccola gibt es einen davon.
Blaue Grotte: Die blaue Grotte ist eine der bekanntesten Attraktionen Capris, verkommt aber immer mehr zur Touristenfalle. Falls man sich dennoch für eine Fahrt dorthin entscheidet, sollte man wissen, dass zum Bootspreis dann meist vor Ort noch ein Eintrittspreis in die Grotte selbst kommt.
Beste Reisezeit
Meidet wenn möglich den Hochsommer. Idealerweise besucht ihr Capri im März oder November. Die Temperaturen sind mild und die Massen an Touristen noch fern. Meine Bilder sind übrigens alle im November aufgenommen.
Eine Antwort
Inside Neapel: Amore, Pizza und das Meer | B and the World
[…] Von Neapel aus bietet sich ein Ausflug nach Capri an. Die Fähren legen in den Sommermonaten fast halbstündlich ab. Man kann aber auch ein Tourpackage buchen. Alle Infos rund um Capri habe ich euch in diesem Blogbeitrag zusammengesfasst. […]